Der Hitzeschutzanzug

Bei einem Hitzeschutzanzug handelt es sich um einen Schutzanzug, der den Feuerwehrmann vor der gefährlichen Wärmestrahlung, sowie kurzzeitigem Flammeneinschluß, Wasserdampf und Heißluft schützt.

Grundsätzlich wird bei Wärmeschutzkleidung zwischen offener und geschlossener Wärmeschutzkleidung unterschieden. Die offene Wärmeschutzkleidung wird hauptsächlich in Betrieben getragen, bei denen hohe Temperaturen vorhanden sind, wie zum Beispiel in der Metallproduktion.

Bei der Feuerwehr wird ausschließlich die geschlossenen Wärmeschutzkleidung verwendet und immer in Verbindung mit einem umluftunabhänigen Atemschutzgerät getragen.

 

 

Der Anzug besteht aus mehreren Gewebeschichten. Die Außenschicht besteht aus einer Kunstseide (Glasseide/Rayon), welche mit Aluminium bedampft wird. Durch die glänzende Aluminiumschicht wird die auftreffende Wärme reflektiert. Die Zwischenschicht des Anzuges besteht aus einem mineralischem Isoliergewebe, welches das Eindringen von Wasserdampf beziehungsweise Heißluft verhindern soll. Für das Innenfutter wird Naturseide oder ein synthetisches Gewebe verwendet.
Die mit einer sehr dünnen Goldschicht bedampfte Verbundglas-Sichtscheibe des Anzuges, schützt ebenfalls vor der Wärmestrahlung. Ein Blick durch die goldbedampfte Sichtscheibe erinnert an eine dunkle Schweissbrille, welche die Augen vor grellem Licht schützt.

 

Durch das Tragen eines Hitzeschutzanzuges kann sich der Feuerwehrmann länger in einem Bereich mit Strahlungswärme aufhalten.

Die größte Gefahr besteht beim Tragen des Anzuges besteht durch Rußniederschlag auf die reflektierende Aluminiumschicht. Dies führt zu einem schlagartigen Temperaturanstieg unter dem Anzug. Auch die Berührung eines erhitzten Anzuges mit Wasser bewirkt ebenfalls eine Reduzierung der Schutzwirkung.

Obwohl der Schutzanzug kurzfristige Flammeneinwirkung aushält, ist ein sofortiger Rückzug notwendig, da die Temperatur im Inneren des Anzuges schlagartig ansteigt. Die Aufenthaltsdauer unter Flammeneinwirkung sollte unter einer Minute liegen.

 

(Bericht: Michael Almstetter)