Der Automatische Externe Defibrillator bei der FFw Puchheim-Bahnhof



Kamerad Michael Almstetter war so freundlich und hat für Sie eine Informationsseite über unseren Automatischen Externen Defibrillator (AED) zusammengestellt:

" Liebe Leserinnen und Leser, 

ca. 300.000 Menschen sterben pro Jahr am "Plötzlichen Herztod". In anbetracht dieser Situation hat sich auch die Feuerwehr Puchheim Bahnhof dem Projekt "Gegen den Plötzlichen Herztod" angeschlossen.
Deshalb verfügt die Freiwillige Feuerwehr Puchheim-Bahnhof seit ca. 3 Jahren über einen so genannten Automatisch Externen Defibrillator, kurz AED. Hierbei handelt es sich um ein medizinisches Gerät, welches zur Behandlung gegen den plötzlichen Herztod eingesetzt wird.
Als Ursache für den "Plötzlichen Herztod", auch Kammerflimmern genannt, wird meistens ein Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte diagnostiziert. Überwiegend ältere Menschen leiden an den oben aufgeführten Krankheiten. Durch gewisse Faktoren wie Rauchen, Alkoholgenuss, Übergewicht, Diabetes, wenig oder keine Bewegung, Bluthochdruck, ja sogar Vererbung kann ein Herzinfarkt begünstigt werden. Deshalb wird das Alter der Herzinfarktpatienten immer jünger. Beim Einkaufen, zu Hause, in der Arbeit, am Tage und in der Nacht, es kann jeden - überall - und jederzeit treffen !

Ein Herzinfarkt entsteht in den Gefäßen rund um das Herz. Damit das Herz auch seine Pumpleistung vollziehen kann, versorgen die sog. Herzkranzgefäße den Herzmuskel mit Sauerstoff. Wenn nun eines dieser Gefäße durch Ablagerungen im Blut verstopft, kann das Muskelareal welches durch das Gefäß versorgt werden sollte, nicht mehr arbeiten.
Wird es länger nicht durchblutet, stirbt das Muskelgewebe ab. Hierbei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, der im schlimmsten Falle zu Kammerflimmern führt.
Beim Kammerflimmern, zuckt jede Herzmuskelzelle in chaotischer Weise, wodurch keine Pumpleistung des Herzens zustande kommt. Der ganze Körper wird somit nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Der Mensch ist tot.

Herzrhythmusstörungen entstehen durch Leitungsstörungen in den feinen Nervenbahnen im Herzinneren. Damit der Herzmuskel überhaupt arbeitet, werden minimale elektrische Impulse (ausgelöst durch den sog. Sinusknoten ) durch die Nervenbahnen im Herzen geschickt. Dies führt bei einem korrekten Ablauf zu einer vollständigen Pumpbewegung des Herzens. Kommt es nun zu einer Veränderung oder gar Blockade dieser Nervenbahnen, wird die Pumpbewegung des Herzens nicht mehr korrekt ausgeführt, und somit der Körper ebenfalls nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.
Da die allseits bekannte Herzdruckmassage nur die Pumpfunktion des Herzens nachempfindet, benötigt es zur schnellen Behandlung des Herzkammerflimmerns einem starken Stromstoß, um alle zuckenden Muskelzellen wieder in gleichmäßigen Takt zu bringen.



Der AED im Mannschaftsraum des Tanklöschfahrzeugs

Ein AED selbst ist ein kleines Batterie betriebenes Gerät, welches selbstständig erkennen kann, ob ein Stromstoß erforderlich ist, oder nicht. Ist dieses nicht der Fall, kann kein Schock ausgelöst werden. Somit ist eine Fehlerhafte Bedienung nahezu unmöglich. 

Was geschieht im inneren eines AED´s ?

Durch einen DC/DC Wandler wird eine höhere Spannung erzeugt, und diese in einem Kondensator gespeichert. 

Entscheidet das Gerät, dass ein Elektroschock abgegeben werden muss, gibt es optisch und akustisch dem Anwender die Information die Schocktaste zu bedienen. Sobald die Schock-Taste gedrückt wird, entlädt sich der Kondensator über die auf dem Patienten aufgeklebten Elektroden. 

Der lebensrettende, elektrische Schock ist verabreicht.

Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, und Sie sich einmal dieses kleine Gerät ansehen möchten, schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei. 
Bleiben Sie gesund!




Damit auch Sie bei einem Patienten mit Kammerflimmern den lebensrettenden Schock abgeben können, haben wir nachstehend den Ablauf einer Reanimation mit AED dargestellt.
Diesbezüglich empfehlen wir Ihnen eine kurze Auffrischung Ihres Erste Hilfe Kurses oder eine Erweiterung.

So früh wie möglich Notruf absetzen ...



... Ansprechen der Person ...



Atemwege freimachen ...

... Kopf überstrecken ... 



Atemkontrolle ...





... Puls überprüfen ... 



Elektroden aufkleben, gesprochenen Anweisungen des Gerätes folgen ...





... Nach Aufforderung des Gerätes Schock auslösen; Patienten dabei nicht berühren ... 



Nach dem Schock weiter mit der Herz/Lungen-Wiederbelebung (HLW) fortfahren, bis der Notarzt bzw. der Rettungsdienst die HLW übernimmt."








Noch Fragen ? Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns ! 

Fotos/Text: Michael Almstetter, zusammen mit Lisa Schenk. (Vielen Dank!)